|
|
| ||||||||||
| Morbus Bechterew: Bechterewler brauchen Bewegung Der Morbus Bechterew ist eine entzündliche Erkrankung, die vor allem die Kreuzdarmbeingelenke und die kleinen Wirbelgelenke befällt. Am häufigsten tritt sie im dritten Lebensjahrzehnt auf. Wie bei vielen anderen rheumatologischen Beschwerden reicht auch in diesem Fall der Nachweis eines HLA B27-Faktors als Beleg für die Erkrankung nicht aus. Von Morbus Bechterew sind etwa gleich viele Männer wie Frauen betroffen, allerdings verläuft die Krankheit bei Frauen sehr viel milder. Charakteristische Beschwerden sind tiefsitzende Kreuzschmerzen, die vor allem in den frühen Morgenstunden gegen halb vier bis vier Uhr zum Erwachen führen und wechselseitig in die rechte und linke Gesäßbacke oder in die betreffenden Oberschenkel ausstrahlen können. Bei begleitenden Problemen mit inneren Organen kann es zu Entzündungen der Regenbogenhaut oder auch zu einer Beeinträchtigung des Herzreizleitungssystems kommen. Bewegung hilft die Beschwerden zu lindern. Daneben ist meist eine medikamentöse und bei besonderer Aktivität der Erkrankung ggf. auch eine radioaktive Behandlung in Form von Radon-Bestrahlung (Bad Gastein oder Bad Kreuznach) erforderlich. Oft wird bei Morbus Bechterew die Muskulatur in Mitleidenschaft gezogen. Wie bei anderen Erkrankungen kann das zu einer Verkürzung der Haltemuskeln - der so genannten tonischen Muskulatur - führen. Die Folge ist eine typische, gebeugte Fehlhaltung der Knie, der Hüfte und des Oberkörpers. Dieser Fehlhaltung kann man durch gezielte Gymnastik in Einzel- oder Gruppentherapie entscheidend entgegen wirken. Ziel einer solchen Therapie ist es, die aufrechte Haltung beizubehalten und die drohende Versteifung der Wirbelsäulenabschnitte zu verhindern oder zu mindest so weit wie möglich hinauszuzögern. Dr. Zeeh ist beratender Arzt der Vereinigung Morbus Bechterew Baden - Württemberg [www.dvmb-bw.de]. |
|